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Die Wahrheit über Cholesterin / Seite 2 |
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Auch für die Produktion des für den Knochenbau wichtigen Vitamins D, der Gallensäuren und von Geschlechts- und Stresshormonen ist es unverzichtbar. Neueste Forschungen bringen das Blutfett sogar mit dem seelischen Gleichgewicht in Verbindung, ein Mangel kann demnach Depressionen auslösen, jedenfalls sorgt der Körper beim gesunden Menschen, je nach Nahrungszufuhr, durch Steigerung oder Drosselung der Eigenproduktion selbst dafür, dass der Cholesterinspiegel auf einem gewissen Niveau bleibt, das übrigens völlig individuell ist und keinesfalls irgendwelchen Normwerten etwa -2oo mg - gehorchen muss. Jahrzehntelang mussten wir uns aber anhören, dass wir bei Eiern, Fleisch und Fisch auf den Cholesterinspiegel achten und auf Rinderfett, Schweineschmalz und Speck lieber ganz verzichten müssten. Und noch immer gibt es regelmäßige, von den Pharmafirmen gesponserte Cholesterin-Symposien. Nachfolgend bringen die Ärzte- und Gesundheitszeitschriften immer wieder nach dem gleichen Schema aufgebaute und sich seit Jahren wiederholende Interviews und Berichte, bei denen nur die Gesprächspartner und Referenten ausgewechselt werden. Der Therapieschlachtruf Senkung zu hoher Cholesterinwerte' heult so immer wieder durch die Medien.
DIE THEORIEN PASSEN NICHT Allerdings wurde diese Theorie nur von wenigen Wissenschaftern formuliert. Doch sie wird durch das ständige Wiederholen nicht richtiger. Bei genauer Betrachtung zeigt sich nämlich, dass in der gängigen Theorie, egal wo man hinschaut, nichts zusammenpasst. So ergab die vor einem Jahr in der renommierten Fachzeitschrift Lancet' veröffentlichte Untersuchung der Universität Leiden, dass sehr alte Menschen offenbar eher sterben, wenn ihr Cholesterinspiegel im unteren Normbereich liegt. Menschen mit niedrigen Blutfettwerten erliegen deutlich häufiger Infektionen oder Krebsleiden. Eskimos, um ein anderes Beispiel zu nennen, essen vorzugsweise cholesterinreichen Fisch sowie Wal- und Robbentran. Trotz einer doppelt so hohen Cholesterinzufuhr als bei Europäern ist ihr Blutfettspiegel niedriger, genauso sind auch die Arteriosklerose- und Herzinfarktraten weitaus geringer. Oder die Franzosen. Sie konsumieren ziemlich viel tierisches Fett, leiden aber am wenigsten an koronaren Herzkrankheiten. In Japan kam es in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Cholesterinwerte, gleichzeitig sank aber die Infarktrate. Die Inder in den nordwestlichen Vierteln Londons essen viel weniger tierisches Eiweiß als ihre britischen Nachbarn. Sie weisen, so haben Studien gezeigt, niedrige Cholesterinspiegel auf, trotzdem liegt ihre durchschnittliche Sterblichkeit durch Herzinfarkt um 50 Prozent über dem britischen Durchschnitt. Die australischen Ureinwohner wiederum leiden nicht an der Wohlstandskrankheit, obwohl ihr Speisezettel jedem studierten Ernährungswissenschafter die Haare zu Berge stehen lässt. Am liebsten mögen sie das, was vor Cholesterin nur so strotzt: die Leber, das Fettgewebe und das Hirn. Sie jagen erst, wenn die fettesten Tiere zu finden sind, egal ob das Insekten, Fische, Reptilien, Schnecken, Krebse, Vögel oder Säugetiere sind. Fett ist für die Aborigines so wichtig, dass ihre Sprache sogar ein eigenes Vokabular für die "Fettqualität' ihrer Jagdbeute hat. Auch die Indianer vom Amazonas jagen ihr Wild erst, wenn es fett ist. Als besondere Lecker-bissen gelten fette Palmmaden, manche Stämme schätzen Schildkrötenleber als Delikatesse, angeblich reines Herzgift, weil voller Cholesterin. Die wohl größte Ernährungsstudie stammt aus China. Dabei fand man keinerlei Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und dem Verzehr tierischer Lebensmittel.
BUTTER ODER MARGARINE WAS MACHT KRANK? Den sogenannten Experten scheint auch entgangen zu sein, dass die Küche des Mittelmeers seit Jahrtausenden ihre Speisen im Öl schwimmen lässt, obwohl das Olivenöl allen bisherigen Ernährungsempfehlungen spottet. Enthält es doch nur wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die bis vor kurzem die einzig anerkannte Versicherung gegen Herzinfarkt sein sollten. Tatsächlich ist aber gerade diese Art der fetten Küche besonders gesund fürs Herz. Offiziell werden daher neuerdings die einfach ungesättigten Fettsäuren als Schutzfaktoren genannt. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass in mediterranen Ländern einfach eine andere Krankheitsursache fehlt: Diätmargarine stößt nämlich im Mittelmeerraum auf wenig Gegenliebe. Sind vielleicht gerade deshalb die Herzen dort so gesund? Zugegeben: Derartiges auch nur zu denken, fällt uns einfach schwer. Denn die Werbung der Margarineindustrie hat uns zu lange eingeredet, dass uns die gute, alte Butter krank machen kann, während uns Margarine vor dem Herzinfarkt rettet. Deswegen sank der Konsum tierischer Fette in der Vergangenheit auch wirklich - allerdings stieg gleichzeitig mit dem Absatz von Margarine auch die Infarktrate an. Erwiesen ist jedenfalls, dass bei der Härtung im Rahmen der Margarineherstellung Verbindungen entstehen, die in der Natur nicht vorkommen, sich aber bereits im menschlichen Fettgewebe finden. Übrigens auch bei denen, die gar keine Margarine essen. Denn beträchtliche Mengen dieser sogenannten teilgehärteten Spezialfette werden von der Lebensmittelindustrie, den Industriebäckern' oder von Pommes-Verkäufern verarbeitet. Detail am Rande: Sogar Konzerne wie McDonalds oder Burger King gingen vor der Cholesterin-Hysterie in die Knie: Auf öffentlichen Druck hin tauschten sie ihr altbewährtes Rinderfett gegen Pflanzenöle zum Frittieren aus. Zu den erwähnten fragwürdigen Verbindungen gehören auch die sogenannten Trans-Fettsäuren, die in teilgehärteten Fetten im Ausmaß bis zu 5o Prozent enthalten sein können. Und gerade diese Trans-Fettsäuren stehen neuerdings im Verdacht, die krankhaften Gefäßveränderungen am Herzen zumindest mitzuverursachen. Studien zeigen nämlich, dass das Risiko für Herzinfarkt und eine koronare Herzkrankheit mit dem Verzehr von Margarine und Biskuits, Kuchen und Weißbrot, die üblicherweise mit solchen Fetten hergestellt werden, stark ansteigt. Bereits vor mehr als 2o Jahren war einem Wissenschafter in Wales aufgefallen, dass Todesfälle durch Arteriosklerose dort am häufigsten vorkommen, wo am meisten Margarine und am wenigsten Butter gegessen wird. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Herzinfarktpatienten am wenigsten tierische Fette verzehrt hatten. Bald darauf fand der Wissenschafter im Körperfett von Infarkttoten gerade jene Trans-Fettsäuren, die auf Margarinegenuß hindeuten. Das ist natürlich kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang, hätte aber längst ein Alarmsignal für die Medizin sein müssen. Doch die verharrte merkwürdig ungerührt.
WARUM WIRD IGNORIERT? Mediziner, Ernährungswissenschafter und Diätaposteln haben die vielen Tatsachen und Erkenntnisse, die gegen die vorherrschende Cholesterintheorie sprechen (zahlreiche Fakten haben wir schon in der April-Ausgabe von BEAUTYlife dargestellt), weitgehend sogar bis heute ignoriert. Und das, obwohl selbst Professor Ancel Keys, der Schöpfer der Fett-Arteriosklerose-Herzinfarkt-Theorie, schon 197o kleinlaut zugab, dass "keine signifikanten Zusammenhänge zwischen Ernährung und dem Cholesterinblutwert einerseits und dem Auftreten von koronaren Herzerkrankungen andererseits gefunden wurden'. Das "Deutsche Ärzteblatt" startete vielmehr noch zwanzig Jahre danach eine "nationale Cholesterin-Initiative. In dieser wird kurioserweise festgestellt: "Bei der überwiegenden Zahl der Bürger sind Fettstoffwechselstörungen... insbesondere durch eine fett- und cholesterinreiche Ernährung bedingt... Cholesterinwerte von über 18o mg vor dem 30sten Lebensjahr und von über 2oo mg nach dem 30sten Lebensjahr bedürfen der ärztlichen Aufmerksamkeit... deutliche Erhöhungen erfordern sehr oft eine zusätzliche medikamentöse Therapie."
DIE GESCHÄFTEMACHER Hier wird nun endgültig klar, woher der Wind weht, denn die Cholesterinangst ist längst nicht nur ein lukratives Geschäft für die Margarineindustrie, sondern auch Pharmafirmen, die ihre Blutfettsenker an den Mann bringen wollen. "Die unkritische Verschreibung von Lipidsenkern durch Ärzte', kritisiert Professor Hans-Jiirgen Holtmeier von der Universität Freiburg, hat in Deutschland alleine 1990 zu einem Pharmaumsatz von 4,3 Milliarden Schilling mit einigen wenigen Produkten geführt." Auffallend ist, dass diese Lipidsenker vor allem Personen verordnet werden, die 60 Jahre und älter sind. Eine Altersgruppe, in welcher die Höhe des Cholesterin-spiegels selbst nach der gängigen Theorie kaum noch einen Einfluss auf das Infarktrisiko hat. Zeigen die bisher durchgeführten Studien mit solchen Medikamenten wenigstens, dass die Einnahme dieser Pillen mehr ist als bloße "Blutkosmetik'? Dass sie das Leben verlängert oder es trotz Krankheit lobenswerter macht? Wohl kaum: "Menschen, die Lipidsenker einnehmen", schreibt Udo Pollmer in seinem Buch "Prost Mahlzeit" ,können dafür, so legen großangelegte Patientenstudien nahe, an wesentlich schlimmeren Erkrankungen wie Krebs oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sterben." Lange Zeit sind die Kampagnen der Pharmaindustrie offensichtlich bei der Ärzteschaft gut angekommen. Mittlerweile wächst jedoch die Zahl der Verschreibungskritiker. Und selbst das "Deutsche Ärzteblatt" warnte bereits: ,Die zunehmende Verordnung von Lipidsenkern ist eindeutig eine Folge überzogener und undifferenzierter Therapieempfehlungen. Bis heute ist der Nutzen einer Cholesterinsenkung nicht einwandfrei belegt. Eine Abnahme der Mortalität konnte weder mit einer cholesterinsenkenden Diät noch mit Lipidsenkern erreicht werden.' Bis solche Erkenntnisse in allen Arztpraxen angekommen sind, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Jahre, in denen sich Laborärzte mit den teuren HD/LDL-Bestimmungen eine goldene Nase verdienen. Jahre, die die Krankenkassen - und damit uns allen - Milliarden kosten. Und wer zählt die Milliarden, die von Pharma und Margarineindustrie in den vergangenen Jahrzehnten kassiert wurden? Nur die Dummen, so schien es lange Zeit, haben sich nicht um den Margarine-Trend" geschert. Haben weiterhin Butter, Eier, Speck und Schweineschmalz mit Genus verzehrt. Sich also nicht mit Diäten, Lipidsenkern und Angst um ihre Lebensfreude und womöglich sogar um ihre Gesundheit bringen lassen. Es ist ein altes Wort, in gewisser Weise eine Weisheit: "Dumm isst besser"
Wissen sie was Margarine ist? Margarine wird meist aus Sojabohnen oder anderen Ölsaaten gewonnen. Diese werden zerkleinert, um das Eiweiß zu denaturieren und mit Benzin ausgelaugt. Phosphorsäure entfernt dann Begleitstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße». Heiße Natronlauge beseitigt die freien Fettsäuren, danach werden alle farbgebenden Substanzen (Chlorophyll, Karotin) mit Bleichmitteln eliminiert. Beim anschließenden Härtungsprozess unter hohem Druck und Nickelkatalysatoren bilden sich zahlreiche neuartigere Verbindungen, deren gesundheitliche Bedeutung teilweise ungeklärt oder höchst zweifelhaft ist. Bei der Umästeerung wird das Fett mit Natriumalkoholat gekocht, um es in Bestandteile aufzuspalten, die später wieder neu zusammengesetzt werden - so lassen sich die Eigenschaften des fertigen Fettes beliebig einstellen. Das Endprodukt soll aussehen und schmecken wie Butter. Emulgatoren ermöglichen eine streichfähige Mischung, die auch beim Braten nicht spritzt. Synthetische Farbstoffe verleihen den goldgelben Teint der Sommerbutter, künstliche Aromastoffe, Säuren und Kochsalz lassen sie gut schmecken. Eiweißzusätze rufen das für die Butter Masche Schäumen und Braunen in der Bratpfanne hervor, sogenannte Synergisten und gelegentlich auch Konservierungsmittel für die nötige Haltbarkeit.
Welches Fett und wie viel Der Gröbminger Ernährungsmediziner Udo Jakobksch fasst zusammen. Längst nicht mehr haltbar ist die bislang propagierte Einteilung, nach der tierische Fette schlecht seien und Margarine dagegen gut. Vernünftig ist aber eine generelle Fettreduktion. Abhängig von der körperlichen Tätigkeit sollte die Gesamtzufuhr zirka ein Drittel des Gesamtenergie-bedarfs ausmachen, wobei man allerdings auf die versteckten Fette (in Soßen, Würsten etc.) achten muss. Überholt und schlicht falsch ist auch die Ansicht, dass man Eier, Butter, Fisch und Fleisch wegen des darin enthaltenen Cholesterins meiden muss. Gute Butter ist natürlich durch nichts zu ersetzen. Günstig ist es, tierische Fette etwa in gleichen Teilen auch mit einfach ungesättigten (Olivenöl) sowie mehrfach ungesättigten Fetten (Kürbiskern, Traubenkern, Fischöl) zu ergänzen. Es hatte schon seinen Grund, warum die Holzknechte früher zu Speck und Sterz immer auch eine Flasche Leinöl am Tisch stehen hatten. Zwiebeln und Knoblauch sind natürliche Cholesterinsenker, so hat auch das Schmalzbrot mit Zwiebeln seinen Sinn. Wichtig ist es, regelmäßig Sport zu betreiben und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen wie Rauchen oder Übergewicht zu vermeiden. Oxidationsprodukte von Cholesterin sind erwiesenermaßen schädlich, Sie entstehen bei der industriellen Verarbeitung von Nahrungsmitteln, wie etwa der Herstellung oder Lagerung von Eipulver, Milchpulver, Sprühfetten oder vorgeraspelterem Parmesan. Zahlreiche Fertigprodukte, wie Puddingpulver, Mikrowellenmenüs, Mayonnaisen, Nudeln oder Eiscreme, enthalten heute statt frischer Eier getrocknetes Eipulver. Das nutzt der Industrie, weil es leichter zu verarbeiten ist und schadet dem Konsumenten. Autor: R.Forstner-Billau Homepage des Autors : http://www.forstner-billau.at/home.htm |
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Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Goethe |